Chronik der

Adventgemeinde Regensburg

Im Herbst 1910 fand Frau Schultheiß auf der Straße ein Flugblatt: „Der kommende Weltkrieg“. Mit ihren drei Freundinnen (Fr. Ammon, Fr. Fahrübel und Fr. Hauber) besuchte sie die Vorträge von Prediger Jakob Erzberger in der Ludwigstraße, für die das Flugblatt warb. Das war die Geburtsstunde der Adventgemeinde Regensburg. Einzelne Gründungsväter litten für ihren neu gewonnen Glauben. Manche wurden aus ihrem bayerischen Vaterhaus ausgeschlossen oder mussten sogar wegen Unduldsamkeit ihre Ortschaften verlassen. In ihrer Anfangszeit hatte die zweitälteste Freikirche Regensburgs immer wieder mit Verleumdungen in der öffentlichen Presse zu kämpfen oder musste sich ihr Recht vor Gerichten erstreiten. Mehr als einmal suchten sie Versammlungsräume, die kurz nach der Anmietung plötzlich nicht mehr zur Verfügung standen.

Nach einer 10jährigen Odyssee fand die Adventgemeinde schließlich eine Bleibe im Rosarium im Dörnberg-Park. 1927 wurde der Ausbau eines Saales in der Weingasse 2 möglich, der über den II. Weltkrieg hinweg erhalten blieb. Bis 1949 wuchs die Gliederzahl von ehemals 4 auf 110 Glaubensgeschwister an, so dass der Wunsch nach einem größeren Haus aufkam. Seit 1948 arbeitete und betete die Gemeinde für dieses Projekt, das 1950 in der Trothengasse 8 verwirklicht werden konnte.

In den folgenden Jahren engagierte sich die Adventgemeinde Regensburg in der Kinder- und Jugendarbeit und konnte sogar ein eigenes Adventwohlfahrtswerk ins Leben rufen, das bis zur Jahrtausendwende bestand. Die Gliederzahl nahm in den Jahren des wirtschaftlichen Aufschwungs leicht ab und hat sich bis heute um die 100 Gemeindeglieder eingependelt. Bis 2015 war die Gemeinde in der Trothengasse angesiedelt. Zurzeit nutzt sie die evangelische Kreuzkirche im Stadtosten, bis ein eigenes neues Gemeindezentrum in der Alten Nürnberger Straße fertiggestellt ist. Baubeginn ist im August 2017.

Dankbar für die vergangenen Jahre blicken wir zum Himmel hinauf und erbitten uns, was auf Erden nötig ist, um noch mehr Menschen als lebendige Bausteine in ein lebendiges Haus Gottes einzufügen (vgl. 1. Petrus 3,5). Denn es ist und bleibt das Ziel der Gemeinde, Menschen auf die baldige Rückkehr Jesu Christi auf unsere Erde aufmerksam zu machen und vorzubereiten.